Dresden: Tausende Arztbefunde übersetzt: Zehnjähriges Jubiläum für die Online-Plattform "Was hab' ich?"

Über die kostenlose Online-Plattform "Was hab' ich?" sind bisher mehr als 47.350 medizinische Diagnosen in leicht verständliche Sprache übersetzt worden. Zugleich wurden 2.331 Mediziner durch "Was hab’ ich?" im Rahmen von Kommunikationskursen oder durch ihr ehrenamtliches Engagement für eine verständliche Kommunikation mit Patienten sensibilisiert.
Am häufigsten wurden dabei nach Angaben der Betreiber zum zehnjährigen Jubiläum am 21. Januar 2021 radiologische Befunde wie MRT und CT erklärt, aber auch solche aus der Inneren Medizin sowie Diagnosen von Augenärzten.
Der Mitgründer und Geschäftsführer der Was hab’ ich?
gGmbH
Ansgar Jonietz (Studium der Informatik und der Gesundheitswissenschaften)
hierzu: "Gesundheitsinformationen müssen für Patienten verständlich sein, sei es
der Befund, der Entlassungsbrief oder das Gespräch mit dem Arzt".
Zur Geschichte:
Am 15. Januar 2011 ging die Website washabich.de online – nach nur vier Tagen
Entwicklungszeit.
Schon nach 12 Minuten wurde der erste Befund eingesendet, vier Wochen später waren es bereits 500 Befunde.
Die Rückmeldungen zu dieser Idee waren von Anfang an sehr positiv, sowohl von Patienten als auch von Medizinern.
Große Institutionen im Gesundheitswesen bekundeten ihre Unterstützung.
Mittlerweile zählen wichtige Vertretungen der Ärzteschaft wie Marburger Bund, Hartmann-Bund und die
Bundesärztekammer (BÄK) zu den ideellen Was hab’ ich?
-Unterstützern.
Prominente Persönlichkeiten wie Bundesgesundheitsminister oder der Comedian Dr. Eckart von Hirschhausen
engagieren sich als Botschafter für das Projekt.
Das Sozialunternehmen „Was hab’ ich?“
Bald wurde aus der Idee ein Vollzeit-Job für die Gründer.
Ende 2011 folgten die Gründung einer gemeinnützigen GmbH und der Bezug des ersten Büros in Dresden.
Mittlerweile besteht das Was hab’ ich?
-Team neben dem Mitgründer Ansgar Jonietz
aus fünf hauptamtlich angestellten Ärztinnen, einem Software-Entwickler, einer Projektassistentin und einer
Kommunikationswissenschaftlerin.
Aus dem Studentenprojekt hat sich ein erfolgreiches Sozialunternehmen entwickelt.
Was hab’ ich?
realisiert mittlerweile verschiedene wirkungsvolle Projekte, die alle ein Ziel haben:
Ärzte und Patienten auf Augenhöhe bringen und so das Gesundheitswesen nachhaltig verbessern.
Die Vision: Die Arzt-Patienten-Kommunikation auf Augenhöhe
Während der Arzt Experte auf seinem medizinischen Fachgebiet ist, ist der Patient der Experte seines eigenen Körpers, seiner Psyche und seines Lebens insgesamt. Er kennt seine Krankheitsgeschichte am besten, weiß wie und worauf sein Körper reagiert, was in der Vergangenheit gut oder nicht so gut funktioniert hat.
Fazit:
Das Projekt und die Online-Plattform "Was hab' ich?" stellen originäre soziale Innovationen dar, die nicht vorrangig medizinischer Natur sind, sondern vorrangig Innovationen bewirken, indem sie die Kommunikation zwischen Ärzten/Therapeuten und Patienten sowie den Kontext der Interaktion im Gesundheitswesen beeinflussen und verändern.
Insofern knüpft das Projekt "Was hab' ich?" an die langjährigen Traditionen in Dresden in den Themenfeldern: Prävention, Gesundheitsförderung, Patientenaufklärung und Gesundheitsbildung an (siehe v.a. Deutsches Hygiene-Museum in Dresden)
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